Musik-News: Streaming- oder Downloadcharts? Wer bestimmt die Musik-Trends?

Spotify entwickelt sich immer mehr zum Trend-Barometer für künftige Hits wie „Let You Down“ von NF. Trotzdem setzen anderen Künstler wie Kamaliya oder Supermassive & Efix auf Promo in den deutschen iTunes Charts. Was davon zahlt sich wirklich aus?

Schon in den letzten Wochen konnte man erkennen, dass die Streaming-Charts ein immer größerer Trendgeber für die Musikcharts sind. So war es wenig verwunderlich, dass Streaminghits wie „Silence“ von Marshmello (Link zum Musiktipp vom 16.08.2017) oder „Havana“ von Camila Cabello (Link zum Ausblick auf die potentiellen Herbsthits 2017 vom 06.09.2017) einige Zeit später dann auch die deutschen Radios und Charts gestürmt haben. Ein aktueller Stern am Streaminghimmel, dem vielleicht ein ähnlicher Erfolg bevorsteht, ist der aus Michigan stammende Rapper NF, dessen Lied „Let You Down“ in relevanten Playlists wie „Today’s Top Hits“ steht und weltweit schon über 50 Millionen mal gestreamt wurde. Aktuell steht er damit auch auf Platz 10 der deutschen Streaming-Charts mit über 200.000 täglichen Streams. Kein Wunder, denn er wird, auch wenn er das selbst laut eigener Aussage nicht mehr hören mag, von den Musikkritikern mit Eminem verglichen, mit dem er nicht nur das Schicksal teilt, eine harte Kindheit gehabt zu haben, sondern dem er stilistisch auch sehr ähnlich ist. Interessanterweise haben die Käufer auf den Mp3-Downloadportalen (Platz 177 bei iTunes, Platz 240 bei Amazon) diesen Hit noch nicht für sich entdeckt:

Allerdings scheint auch immer noch Künstler zu geben, die auch ohne Streaming Verkaufserfolge bei iTunes feiern können und auf den dortigen Werbeerfolg setzen, wovon hier auch schon früher berichtet wurde (News-Link zu den Promo-Mitteln von Newcomern). Eine prominente Vertreterin hiervon ist die ukrainische Sängerin Kamaliya, die mit ihrer vor zwei Wochen wiederveröffentlichten Single „Who’s Gonna Love You Tonight“ aus ihrem 2013 erschienen Album „Club Opera“  aktuell nicht nur in den Top50 der deutschen iTunes Charts steht, sondern sogar in den Top30 in UK und Top20 in Irland bei iTunes. Dabei wurde das Lied weltweit erst etwas mehr als 43.000 mal gestreamt, was weniger ist als die 50.000 Streams, die nötig sind, um überhaupt in die täglichen Top 100 der Spotify-Charts Deutschlands zu kommen. Bei Amazon laufen die Downloads mit Platz 5.711 aktuell auch eher schleppend. Da fragt man sich natürlich schon, warum es gerade bei iTunes mit diesem Lied so gut läuft:

Einen ähnlichen Erfolg feiern aktuell die beiden jungen französischen DJ-Duos Supermassive & Efix, die aktuell mit ihrem Deep-House-Lied „The One“ in den Top100 der deutschen iTunes Charts stehen. Damit haben sie sogar andere prominente Künstler überholt, die ebenfalls auf der iTunes-Startseite unter „Das Beste der Woche“ gelistet sind:

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Bei Amazon läuft es mit dem Bestseller-Rang 20.796 in Songs eher weniger gut und die Gesamtzahl der weltweiten Streams, der am Freitag veröffentlichten Single, ist mit fast 50.000 auch eher mau:

Für den großen Erfolg zahlt es sich dann doch mehr aus, beim Streaming erfolgreich zu sein und in den richtigen Playlists zu stehen, denn wer das Lied dort auf Dauerschleife hört, wird es vielleicht auch kaufen. Der Erfolg durch gute Platzierungen in den Verkaufscharts von den Downloadportalen wie iTunes ist hingegen überschaubar und selten von langfristiger Dauer.

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