„FRECH“ in Frankfurt: Mariybu (ft. Angel Rider & Kimberly) zwischen Rap, Bässen und queerer Energy

Wie „FRECH“ wird Mariybu auf ihrer neuen Tour und was erwartet das Publikum zwischen feministischen Ansagen, wummernden Bässen und jeder Menge queerer Energy?

Den passenden Einstieg übernimmt KIMBERLY, die sich selbstbewusst als „Berlins Größte Cunt“ bezeichnet. Da Ikkimel an diesem Abend nicht vor Ort ist, bleibt der Titel zumindest für diesen Abend unwidersprochen. Mit ihrer Diva-Energy sorgt sie schnell für Stimmung und präsentiert rund 30 Minuten lang ihren schnellen, sarkastischen, wortgewandten Rap und nimmt dabei zu 160 BPM unter anderem Thema wie Feminität, Männer und das eigene Selbstbild aufs Korn. Besonders bei „Oberkörperfrei“ geht es im Publikum richtig ab, inklusive der passenden „OKF“-Rufe. Für einen kleinen humorvollen Moment sorgt außerdem die gemeinsame Vorstellung von Produzent Pessi und Kimberly. Aus beiden Namen wird kurzerhand einfach „Kimberly“, denn wozu sollte man bei einer Diva schließlich noch das Personal einzeln erwähnen? Als Voract passt die provokante queere Großstadtdiva mit ihrem Sound zwischen Rap, Pop, Techno und Club ziemlich gut in den Abend und bereitet das Publikum auf das vor, was danach folgt.

Nach dem Wechsel auf der Bühne gehört diese dann Mariybu, die in ihrer Show Songs aus verschiedenen Phasen ihrer Karriere miteinander verbindet. Schon mit dem ersten Song macht sie klar, worum es an diesem Abend gehen wird. Getreu dem Titel ihrer Tour und ihres Albums „FRECH“ treffen provokante Texte, sexpositive Themen und eine deutliche feministische Haltung auf wummernde Techno-Bässe und Rap. Dabei bleibt es allerdings nicht bei Party und Provokation. Mit „Kleptomanin“ folgt früh ein Seitenhieb auf Konsum und Besitz, während „Hübsche Männer“ die Frage aufgreift, was diese eigentlich ausmacht. Gleichzeitig geht es mit älteren Songs wie „PMS“ zurück zu ihren früheren Raps und mit Stücken aus „SLAYBAE“ und „ein tag göttin“ durch verschiedene Stationen ihrer bisherigen Musik-Karriere.

Zwischendurch gibt es noch zwei besondere Einlagen. Die energievolle Produzentin Angel Rider übernimmt selbst kurz die Bühne und präsentiert Songs aus ihrem aktuellen Album „CAN’T HEAR THIS SH** ON THE RADIO“ und liefert auch bei „Slutty Squirt Juice“ gemeinsam mit Mariybu eine passende Nummer ab. Dazu gibt es noch ein kleines Hobby-Horsing-Turnier, bei dem dazu passende „Reit“-Produkte von Amorelie verlost werden. So bleibt auch zwischen den Songs genügend Raum für Dinge, die man bei einem gewöhnlichen Rap-Konzert wohl eher nicht erwarten würde.

Zu den stärksten Momenten des Abends gehören allerdings die emotionaleren Stellen. Besonders bei „Nicht alle Männer“ wird die Stimmung plötzlich ernster, wenn die Fäuste im Publikum gegen Gewalt an Frauen in die Luft gehen. Auch „LAUT & QUEER“ gehört zu den Momenten, die besonders hängen bleiben, wenn der Song vom Publikum lautstark und ausgelassen gefeiert wird. Gerade dieser Wechsel zwischen frecher Party, provokanten Texten und klaren Ansagen zu Feminismus, Selbstbestimmung und gegen Gewalt macht den Auftritt besonders abwechslungsreich. Hier zeigt sich, dass Mariybu ihre Themen nicht nur in provokante Songs verpackt, sondern sie auch mitten in der Party sehr deutlich auf die Bühne bringt.

Musikalisch funktioniert das Konzept in der ZOOM Kantine gut. Die wummernden Bässe kommen ordentlich zur Geltung, ohne dass die Rap-Parts untergehen, und auch die verschiedenen Showelemente fügen sich insgesamt gut in den Ablauf ein. Vor allem die Verbindung aus Mariybus Energie, Angel Riders Auftritt und der Unterstützung durch KIMBERLY macht den Abend abwechslungsreich.

Nach etwa 75 Minuten ist allerdings schon Schluss. Das ist eigentlich der einzige Punkt, bei dem man sich an diesem Abend noch etwas mehr wünschen könnte, denn die Stimmung im Publikum ist zu diesem Zeitpunkt weiterhin hervorragend. Gerade weil Mariybu mit ihrem Set verschiedene Stationen ihrer bisherigen Musik zusammenbringt und immer wieder neue Elemente einstreut, hätte der Abend durchaus noch ein paar Minuten länger dauern dürfen.

Am Ende bleibt ein energiegeladener Tourauftakt, der ziemlich genau das einlöst, was der Titel „FRECH“ verspricht: direkt, laut, selbstbewusst und ohne großes Interesse daran, sich an Erwartungen anzupassen.

Ankündigung der 'FRECH' Tour 2026 mit Terminen in verschiedenen Städten Deutschlands, darunter Köln, Frankfurt und München. Im Vordergrund eine Person in einem weißen Outfit und mit Glitzerutensilien.

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Danke an http://publiccreations.de/ für die Informationen zum neuen Album von Mariybu und den Tour-Infos!

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