Pride Month – 10 Künstler*innen & Bands, die du kennen solltest

Juni ist Pride Month. Widerstand, Feier und Community – und zehn Acts, die das mit Musik füllen. Laut sein ist diesen Monat Pflicht. Hier ist der Soundtrack dazu.

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1. LEOPOLD – Love Is No Utopia

LEOPOLD (Instagram) ist eine Persönlichkeit, die den Raum einnimmt, den sie verdient: mit High Heels, extravaganten Outfits und einer Stimme, die einem direkt unter die Haut geht. Inspiriert von Prince, Janelle Monáe und Beyoncé gehört er zu einer neuen Generation selbstbewusster queerer Künstler*innen aus Deutschland, der Geschlechtergrenzen bricht und sein Publikum zum Ermutigen einlädt.

Der Song „Love Is No Utopia“ entstand als Mutmach-Hymne für Demokratie und Vielfalt, sein Musikvideo wurde auf der großen Brandmauer-Demo gedreht, und LEOPOLD sang anschließend live auf der Bühne am Brandenburger Tor. Mit großen Bühnen kennt sich LEOPOLD aus, denn mit 84 von 100 möglichen Jury-Stimmen und seinem Cover von Adele’s „Rolling in the Deep“ gewann er die Sat.1-Musikshow „All Together Now“ – ein verdienter Triumph (Quelle)

Was LEOPOLD aber noch mehr auszeichnet: Er bleibt politisch engagiert, auch wenn es ihn persönlich trifft. Kürzlich wurde er Opfer eines schweren Überfalls in seiner Berliner Wohnung bei der drei Männer ein Grindr-Date vorgetäuscht hatten. Statt zu schweigen, machte er den Vorfall öffentlich, kämpft gegen Victim Blaming und forderte: „Die Scham muss die Seite wechseln.“ (Quelle). Das ist Haltung. Das ist LEOPOLD.


2. Mariybu – LAUT & QUEER

Mariybu (Instagram) ist die Queen des deutschen Hyperpop und ein echtes Phänomen: Sie produziert ihren Sound selbst, hat ihr eigenes Label TangaTunes gegründet und bricht damit alle Konventionen, die die Musikindustrie für Frauen und queere Menschen aufgestellt hat.

Besonders „FRECH“: Ihr aktuelles Album erschien am Vatertag 2026, welch passenderen Tag könnst es geben als ALPHA FEMINIST das „f0dseunsere“ gegen das Patriarchat zu beten. Das Album fängt den Vibe der Berliner Nächte ein, handelt von Eskapismus, Queerness und dem Aufbrechen patriarchaler Strukturen. Insbesondere der Track „Nicht alle Männer“ über Gewalt in Beziehungen ging viral, nachdem Collien Fernandes den Missbrauch ihres Ex öffentlicht bekannt machte (Quelle).

Schon etwas älter ist der Track „LAUT & QUEER“, den sie mit REEZA aufgenommen hat. Ihr Manifast dabei ist: brettharter Techno, queere Botschaft, ein Song, der auf jeder CSD-Bühne der Welt funktioniert. „Wir sind laut, wir sind queer!“. Mehr braucht es nicht, um sich einen Tag lang wie eine Göttin zu fühlen

Mariybu ist dabei nie nur eine Partylöwin. Sie öffnet anderen weiblichen und genderqueeren Talenten Türen und sieht sich selbst eher als Schwester als als unerreichbares Vorbild. Genau das macht sie so besonders. (Quelle)


3. Maurice Conrad – CSD IN SONNEBERG

Maurice Conrad (Instagram) ist nichtbinär, Rapper*in, Klimakaktivist*in und taz-Kolumnist*in. Kurz gesagt: ein Allround-Talent mit einer klaren Mission, das Leben für queere Menschen zu verbessern!

Als 2023 in Sonneberg mit Robert Sesselmann erstmals ein AfD-Kandidat das Landratsamt gewann, ließ Conrad sich nicht entmutigen: Gemeinsam mit dem Musiker und Aktivisten Bruneau entstand der Song „CSD in Sonneberg“ ein queerer Rap-Angriff auf Hetze und Spaltung, der viral ging und etwas Unvorstellbares anstieß: 2024 fand tatsächlich der erste CSD in Sonneberg statt. Rund 700 Menschen zogen durch die Innenstadt. Können Lieder die Welt verändern? In diesem Fall: ja. (Quelle)

Maurice Conrad lässt sich nicht vom Patriarchat ficken, sondern fickt als Power-Bottom mit einer Glitzer-Fuck-You-Attitude das Patriarchat. Mit Rap, mit Politik, mit Haltung.


4. Aufmischen – Pearlescent Pride

Die Frankfurter Techno-Produzentin, DJane und queere Rapperin Aufmischen (Instagram) aus Frankfurt am Main steht öfters mal mit Maurice Conrad auf der Bühne, um für die entsprechenden Beats zu sorgen. Und ansonsten arbeitet sie auch gerne mit Künstler*innen der queeren Szene zusammen wie Krankenschwester, Fliegende Haie oder Bush.ida. Damit ist Aufmischen schon rein biographisch eine Ausnahmeerscheinung in der von Männern dominierten Hip-Hop-Welt. Mit rund 22.000 monatlichen Spotify-Hörer*innen hat sie sich eine treue Community aufgebaut. (Quelle)

Mit „Pearlescent Pride“ hatte sie letztes Jahr eine schillernde Elektro-Hymne für mehr Sichtbarkeit von Frauen jeglicher sexueller Orientierung die sich zu anderen Frauen hingezogen fühlen, veröffentlicht und feiert damit genau dieses sinnliche Liebe zu treibenden Beats (Quelle).

Aufmischen steht für queere Sichtbarkeit in der Elektro-Rap-Szene und beweist: Man muss nicht zwischen Feminismus, Queerness und hartem Groove wählen. Das geht alles auf einmal.


5. MKSM – Safe Space

MKSM (Instagram) ist queerer Sänger, Songwriter, Violinist und Aktivist aus Berlin, mit russisch-ukrainischen Wurzeln und einer Geschichte, die so viel mehr erzählt als nur Musik. In Russland aufgewachsen, in der Ukraine sozialisiert, mit zehn Jahren nach Deutschland gekommen: als queere Person ist er in seiner ersten Heimat heute schlicht nicht mehr willkommen. (Quelle)

2023 und 2024 war MKSM Deutschlands meistgebuchter CSD-Act. Sein Song „LOVING MYSELF“ wurde von zahlreichen Medien zur „CSD Hymne des Jahres“ gekürt (Quelle). Mit seiner ersten deutschsprachigen EP erzählt er seine Geschichte als queerer Spätaussiedler: von Identität, Zugehörigkeit, dem Aufwachsen zwischen Kulturen, und dem Schmerz, wenn Grenzen nicht nur Länder, sondern auch Menschen trennen (Quelle). Dabei möchte er der Community einen „Safe Space“ geben, in dem sich alle Menschen wohl und sicher fühlen.

MKSM schafft das, was gute Musik immer schaffen sollte: einen Raum, in dem man sich gesehen und gehört fühlt.


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6. lieberlila – Bisschen mehr Hugs

lieberlila (Instagram) ist eine queere Elektropop-Künstlerin aus Berlin, die mit kraftvollen Vocals und einem Gespür für große Emotionen begeistert. Ihr Song „Bisschen mehr Hugs“ erzählt die Geschichte einer flüchtigen Begegnung und davon, dass es manchmal mehr um Nähe und Zärtlichkeit geht als um den physischen Akt selbst, insbesondere bei all den Dating-Apps.

Ein Song über die Ups & Downs von One-Night-Stands, über menschliche Sehnsucht nach Verbindung, verpackt in perlende Future-Bass-Elektropop-Produktion mit einem glitzernden Musikvideo im 90er-Jahre-Stil. „Als 90s Kid ist es mir besonders wichtig, mein Musikprojekt als Gesamtkunstwerk zu betrachten“, sagt lieberlila (Quelle). Das merkt man und das mag man.


7. Felix Jaehn – PRIDE

Felix Jaehn (Instagram) ist seit seinem Dance-Cover von „Ain’t Nobody “ keine unbekannte Größe mehr auf den internationalen Dancefloor-Hits, die ihn zu einem der erfolgreichsten deutschen DJs und Produzenten gemacht haben (über 10 Milliarden Streams, mehr als 200 Diamond-Platin- und Gold-Auszeichnungen). Was viele nicht wissen: 2018 outete sich Jaehn als bisexuell, 2024 folgte das nächste Coming-out als nicht-binär und pansexuell. (Quelle)

Die Hymne „PRIDE“ ist Jaehns Comeback nach einer mentalen Auszeit und zugleich das persönlichste Bekenntnis seiner Karriere. Ein Song, der House-Produktion und Country-Einflüsse vereint und mit einer eindeutigen Botschaft kommt: „Ich bin nicht nur stolz darauf, pansexuell, nicht-binär und queer zu sein. Ich bin stolz darauf, das offen zu leben – trotz der Gewalt und Zurückweisung, die ich deshalb erfahre. Niemand kann mir meinen PRIDE nehmen.“ (Quelle)

Laut, bunt und ein unverzichtbarer Hit für alle CSD des Landes.


8. Gigolo Tears – Hot Maus Summer

Gigolo Tears (Instagram) macht „radikal soften, queerfeministischen Heulpop“, so steht’s im Bandcamp-Bio, und genau das ist es auch (Quelle). Der Berliner Indie-Künstler hat die „Cramps“ hinter sich gelassen, heult auch auf Testo und feiert als cuter Macker immer noch einen „Hot Maus Summer“.

Der Track „Hot Maus Summer“, den Gigolo Tears mit Power Plush aufgenommen hat ist der queere Sommerhit, auf den wir gewartet haben: ein träumerischer Synth-Beat, body-positive Lyrics, eine Einladung zur Freiheit: weg von Gesellschaftserwartungen, hin zur eigenen Wahrheit. „It’s Hot Maus Summer, we are hot, we are They/Them mice, this is our time.“ Mehr muss man nicht sagen. Einfach abspielen und sofort glücklicher sein.


9. Mandelkokainschnaps – Bunt

Der Name klingt nach einer wilden Party, und die Band hält, was er verspricht: Mandelkokainschnaps (Instagram) machen Punkrock mit Haltung. „Bunt“ ist eine ihrer Hymnne auf Vielfalt und LGBTQ+-Akzeptanz – eingängig, mitreißend und mit einem Refrain, der sofort ins Ohr geht.

„Bunt, bunt, bunt sind alle meine Kleider / Bunt, bunt, bunt ist alles, was ich mag / Darum lieb‘ ich alles, was so bunt ist / Weil ich weiß, dass jeder einzigartig ist.“ Klingt nach Kindershow? Ist es eben nicht. Dder Song macht Ernst, wenn es darum geht, dass viel zu viele Menschen mit LGBTQ+-Realitäten nicht klarkommen. Ein Sound, der anders ist als das, was man sonst vielleicht auf den CSDs hört, aber zum Punk gehören einfach auch die Regenbogenfarben.


10. 4ZimmerKücheBad – Liebe ist für alle da

Eindruckvoller Punkrock aus der Mitte von Deutschland mitten in die Herzen der queeren Community gibt es von 4ZimmerKücheBad (Instagram) Dieses Jahr standen sie beim CSD in Limburg auf der Bühne und bewiesen, dass man laut und gesellschaftskritisch sein und zugleich Spaß dabei haben kann. So haben sie auch mit mit ihrem energievollen Track „Liebe ist für alle“ einen geselligen, mitreißenden Song mit einem Singalong-Refrain veröffentlicht, der sich sofort verfängt.

Manchmal reicht es einfach, laut „Ja“ zur Liebe zu sagen und die Verstärker aufzudrehen.


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Zehn Acts, zehn Gründe, diesen Monat noch lauter zu sein als sonst. Pride ist kein Trend und kein Marketingmonat . Es ist Widerstand, Feier und Community zugleich. Die Menschen auf dieser Liste machen das auf ihre je eigene Art deutlich: mit Rap und Techno, mit Punk und Hyperpop, mit Violin-Pop und Dancefloor-Hymnen, mit Songzeilen, die wehtun, und mit solchen, die heilen.

Wenn ihr in diesem Juni zu einem CSD geht: nehmt diese Playlist mit. Wenn ihr nicht hingeht: hört trotzdem rein. Und unterstützt die Künstlerinnen: streamt, kauft Merch, geht auf Konzerte, folgt ihnen, teilt ihre Musik. Sichtbarkeit entsteht nicht von allein.

Teilt, streamt, tanzt und passt aufeinander auf. 🏳️‍🌈

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